Kunden finden über Preisvergleichs-Suchmaschinen?

Nein, für alle ist diese Preistransparenz-Maschinerie nicht. Doch dass der Händler davon nichts hätte, sondern nur der Kunde, gehört in die Mottenkiste des Marketings. Wann, warum und wie Preisvergleichs-Suchmaschinen für Online-Marketing taugen, erfahren Sie hier.

Sie heißen Geizkragen, Günstiger, Kelkoo oder einfach Preissuchmaschine. Etwa 40 - 50 verschiedene Suchmaschinen gibt es, die allein in Deutschland dem Lebensgefühl einer breiten Schicht Ausdruck verleihen: Hauptsache billig.

Wie funktionieren Preisvergleichs-Suchmaschinen?

Für den Endverbraucher ist die Nutzung kostenfrei. Er gibt ein bestimmtes Produkt ein. Im besten Fall werden hunderte von Shops gleichzeitig durchsucht. Der Nutzer kann nun die einzelnen Konditionen vergleichen und sofort zum Wunsch-Shop klicken.

Was Endverbrauchern von einigen Preisvergleichs-Suchmaschinen als ein "unabhängiges Suchergebnis" verkauft wird, ist gelinde gesagt, eine Verschleierung. Denn durchsucht werden meist nur Shops, die den Suchmaschinen einen Auftrag dazu erteilt haben. Das ist insoweit in Ordnung als darüber Klarheit besteht. Doch keiner der virtuellen Preisagenten mag die gleiche Transparenz anlegen, die sie bei den von ihnen durchsuchten Shops erzeugen. Denn eine Preisvergleichs-Suchmaschine finanziert sich in der Regel durch die Klicks, die zum jeweiligen Shop führen. Preisvergleichs-Suchmaschinen arbeiten im Prinzip nicht anders als beim Google Adwords, Overture oder Espotting. Der einzige Unterschied: man hat sich auf Shops spezialisiert.



Was unterscheidet Preisvergleichs-Suchmaschinen von Google, Overture und Espotting?

Die zentralen Unterschiede der Preisvergleichs-Suchmaschinen sind für das Marketing folgende:

  • Ein Interessent, der von einer Preisvergleichs-Suchmaschine kommt, ist meist in seinem Verkaufsentscheidungsprozess weiter fortgeschritten als jemand, der auf eine einfache Verkaufsanzeige bei Google und Kollegen klickt.
  • Preisvergleichs-Suchmaschinen stellen umfangreiches Entscheidungsmaterial in transparenter und untereinander vergleichbarer Form zur Verfügung. Wer von hier aus auf die Verkaufsseite seines Wunschshops klickt, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit das Produkt kaufen, als bei einer gewöhnlichen Pay-Per-Click-Anzeige. Denn der Interessent hat bereits die Angebote der Mitbewerber verglichen.
  • Für eine Reihe von Produkten und Produktgruppen sind die Preise pro Klick bei den Preisvergleichs-Suchmaschinen günstiger als bei Google oder Overture.
  • Zwar ist die Reichweite der einzelnen Preisvergleichs-Suchmaschinen sehr unterschiedlich. Doch mit einer geschickten Kombination erreicht man häufig mehr Käufer als mit klassischem Suchmaschinen-Marketing.

Mit welchen Konversionsraten kann man bei Preisvergleichs- Suchmaschinen rechnen?

Natürlich ist es schwer, wirklich verlässliche Zahlen zu nennen. Sind doch Preisempfindlichkeiten bei bestimmten Produkten höher, zählt die Art der Präsentation und vieles mehr.

Wo herkömmliches (Online-)Marketing mit der Daumenformel 1 - 2 Prozent Konversionsrate bei Endverbrauchern liegt, sind die Umwandlungsraten hier zwischen 3 - 4 Prozent. Vereinzelt können Preisvergleichs-Suchmaschinen durchaus bei 10 und mehr Prozent liegen. Mitentscheidend ist hierbei auch die Akzeptanz der Preisvergleichs-Suchmaschine sowie deren Produktgruppen-Schwerpunkt.



Was kostet die Vermarktung mit Preisvergleichs-Suchmaschinen?

Über die Preise für Shopbetreiber schweigen sich die virtuellen Preisagenturen auf ihren Websites aus. Die müssen einzeln erfragt werden. Während einige Anbieter sich lediglich über Bannerwerbung finanzieren, gibt es eine ganze Reihe von Suchmaschinen, die auf Erfolgsbasis arbeiten. Es ist schwer, diese Preise miteinander zu vergleichen. Zum einen gibt es Anbieter, die ein gestaffeltes Grundgebührmodell anbieten, in dem eine bestimmte Anzahl an Klicks eingeschlossen ist, andere haben reine Klickpreise. Und: Was heißt schon 8 Cent pro Klick, wenn ich im Monat von diesem Anbieter nur 20 Interessenten bekomme? Was heißt schon 30 Cent pro Klick, wenn die Gewinnmarge meines Produktes bei 100 Euro liegt? Die Preise werden beeinflusst von der Reichweite eines Betreibers, von den Produkt-schwerpunkten und wie groß die Angebotsdichte für ein bestimmtes Produkt insgesamt ist.



Für wen lohnt sich die Vermarktung mit Preisvergleichs- Suchmaschinen?

Es lohnt sich generell für alle, die generell mit niedrigen Preisen operieren (können).
Es lohnt sich auch für Unternehmen,die in einem Segment gegebenenfalls Verluste akzeptieren, um über die Preisvergleichs-Suchmaschinen einen Kundenstamm aufzubauen. (Sicher, hier ist die Diskussion zu führen, ob Billigpreis-Kunden loyal sind oder werden wollen.)



Nebenbei lässt sich mit Preisvergleichs-Suchmaschinen auch ein Online-Branding erreichen. Nicht lohnenswert ist diese Form der Vermarktung für Produkte mit Preisbindungen oder Luxusgüter, deren Nimbus sich nicht mit Niedrigpreisstrategien verträgt.



Fazit

Preisvergleichs-Suchmaschinen sollten für das Marketing von Online-Shops mit Gütern, deren Preis frei gestaltet werden kann, einbezogen werden.

Autor/Quelle
Der Beitrag wurde von Karsten Büttner zur Verfügung gestellt und im Online-Magazin von auktionsideen.de veröffentlicht. Karsten Büttner betreibt den Informations- und Beratungsdienst Online-Marketing-Praxis.de. Trainer, Berater, Selbständige, kleine und mittlere Unternehmen gehören zu seinen Kunden. Er ist darüber hinaus Autor verschiedener Marketing-Bücher und Selbstlernkurse.


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